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 Bauteile schnell Abgiessen

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struschie:
Hi all,
in diesem thread möchte ich meine Erfahrungen zum Thema Abgiessen vorstellen, um Anregungen zu geben und Tipps zu bekommen.
Da ich erst in diesem Jahr mit Modellbau / Scratchbau angefangen habe, wollte ich dden ganzen 'Fuddelkram' (Greeblies) aus meinen Kits nicht in den ersten 'Gehversuchsmodellen verbrennen'.
Was lag also näher, als endlich mal selbst Formen zu bauen und Teile zu giessen?
Einen ersten Test habe ich mit einem 2K Knetkit aus dem Dentalbereich gemacht (k.A. was das ist - ich habe zwei weisse Dosen bekommen). Einfach zusammenkneten und auf das Abzuformende teil drücken, nach 5 Minuten kann der erste Abguss gemacht werden. Da die Form leicht spröde war, ging sie flöten. Zum Abgiessen habe ich das Material genommen, aus dem auf Zahnspangen gemacht werden (der Geruch....).
Hier der UnWort meines AT-AT:


Nachdem schnell klar war, dass ich das kann, habe ich mir Silikon und 5 min Resin von Perfect Scale besorgt und meine Kits nach Teilen abgesucht, die auf einer Seite komplett glatt sind, so dass sie in einer einteiligen Form abzugiessen sind:

Die habe ich auf einem stabilen Untergrund geklebt und aus 2 cm hohen 3mm PS-Streifen eine kleine Wand gebaut und mir Knete abgedichtet.
Das Silikon wird 1:1 aus beiden Komponenten (nach Gewicht) zusammengemischt und in dünnem Strahl über die Teile gegossen. Während des abbindens habe ich oft an der Platte grüttelt, damit die Blasen nach oben steigen. Das hat sich gelohnt - keine Lufteinschlüsse, super Form:

struschie:
Die verschiedenen Farben resultieren aus verschiedenen Chargen - gut vermischen und korrekte Anteile ist bei geringen Mengen schwierig, grosse Mengen sind schwer zu verarbeiten....
Teile vom Trumpeter Geschützwagen IV 1:35


Und der Teil der 1:12 Honda CB750F der in schätzungsweise 90% aller Ma.K Modell Verwendung findet (in der Hornisse gleich 5 mal...):

Fatcap:
Sehr cool, abgiessen ist geil und es gibt genug Teile von denen kann man nicht genug haben, werd ich irgendwann auch mal versuchen!

Grüße, Andreas

struschie:
Nachdem das sehr gut klappt und schnell gemacht ist (keine 2 Stunden von der Idee bis zu den ersten Abgüssen - und die meiste Zeit daon ist Warten...), wage ich mich nun an zweiteilige Formen. Ich konnnte ein 35 Jahre altes Kit von Tamiyas Flakvierling für 2,40Euro bei eBay ergattern:

Auch dieses Kit hat Kow ab und zu verwendet...
Zuerst wollte ich ein Rohr abgiessen - da vier vorhanden sind, kann ich hier ruhig patzen.
Vor einiger zeit hatte ich gelesen, dass das Giessen 'von unten' für weniger Einschlüsse sorgen soll. Deswegen habe ich einen alten Spritzgussast neben das Positiv gelegt und den Anguss aus dem Silikon geschnitten (vergrössert):


Als trennmittel zwischen den zwei Silikonformen habe ich Melkfett verwendet - demnächst nehme ich Vaseline.
Die Form war wieder supedetailreich, der erste Guss jedoch unbrauchbar. Für den zweiten habe ich den Übergang in den Rohling erweitert - jedoch wieder mit schlechtem Ergebniss.

Vor einiger Zeit hatte ich eine Silikonanleitung für zweiteilige Formen ohne Anguss gesehen:
Da wurden die zwei Teile einzeln gegossen und geschüttelt, damikt die Blasen aufsteigen. Erst wenn das Resin merklikch anzieht, wird die Form geschlossen - die Blasen sind nun in der Mitte und das Abguss makellos.
So der Plan. Zwei Sachen liefen schief:
Die Formen waren leicht versetzt und der Abguss deswegen höchst unschön,
die Blasen kamen doch wieder zu einer Seite hoch.

Was lerne ich daraus?
In die Form tiefere Schlüssel setzen, damit die Passung besser wird und länger warten, damit die Blasen nicht mehr wandern können.

Zukünftig werde ich die zwei  Resinkomponenten selbst zukünftig länger stehen lassen, damit die Blasen daraus aufsteigen langsamer vermischen und als Alternative das Resin mit einer grossen Spritze in die Form jagen.

Ich übe noch und bin für Anregungen dankbar.
Was ich aus dem anderen Resinthread jedoch bestätigen kann:
Mach es einfach - es ist wirklcih leicht und das Material für einige Formen und etliche (!) Abgüsse gibt es für unter 50€

Bei Instructables habe ich einen Tisch zum giessen gesehen:
Einfach in einen Holzrahmen an vier Federn eine Holzplatte aufgehängt und einen Motor mit einer Unwucht druntergeschraubt: So gut kann man die Form sonst nicht schütteln (na gut - 16jährige vielleicht noch....).  

Lichtbringer:
Es ist einfach so normale offene Formen zu giessen - und auch wieder nicht.

Kleine Mengen sind doof anzumischen, große Mengen müssen verarbeitet sein bevor das Material störrisch wird, bist du zu langsam hast du Luftblasen die du aus der schon angedickten Masse nicht mehr rausbekommst (und die sitzen naturbedingt immer an den detaillierten Stellen nicht auf glatten Flächen). Und das auch nur wenn die Mischung gut gelingt und das Material weder überaltert noch kontaminiert ist. Und die Formen einwandfrei gelungen sind. Oder die Abgüsse sind eigentlich gut, bleiben aber innen weich, oder bleiben dauerhaft "ölig" und unlackierbar.

Gleiche Probleme kann man natürlich auch beim anmischen des Silikons haben, dann bildet es beim giessen die Details nicht richtig ab oder macht Blasen am Material,.....

Es hilft nur üben, üben, üben - natürlich kostet das Material.

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