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  • #1 von dizzyfugu am 04 Jan 2023
  • Der Bausatz und seine Montage:
    Ein weiterer kleiner und klassischer VF-1-Jäger im Maßstab 1:100, es muss mein 30. oder so sein ... :0 Diesmal ist es eine nicht-kanonisches Modell, basierend auf einem Aufkleberbogen in limitierter Auflage, der im April 2001 mit dem japanischen Model Graphix-Magazin veröffentlicht wurde, zur ersten Veröffentlichung Hasegawas 1:72 Valkyrie Fighter-Kits.
    Hier eine Referenz: http://www.starshipmodeler.com/mecha/jl_clrvalk.htm

    Der Give-Away-Bogen enthielt mehrere VF-1, darunter eine Jubiläumslackierung für die 2.500ste Walküre. Diese ist AFAIK aber weder „offiziell“ noch kanonisch – aber die hübsche blau-weiße Lackierung erregte meine Aufmerksamkeit, und ich hatte schon lange den Plan, diese Lackierung auf einem meiner Lieblingsmodelle im Maßstab 1:100 nachzubilden.
    Aber: dies würde nicht 100% funktionieren, also musste ich improvisieren – siehe unten.

    Der Bausatz wurde OOB gebaut, mit ausgefahrenem Fahrwerk und (nach Aufnahme der Flugszenenbilder) mit offener Kabinenhaube. Einige typische kleine Blattantennen, die dem einfachen Bausatz 1:100 fehlen, wurden standardmäßig um den Rumpf herum angebracht, um das Aussehen zu verbessern. Im Cockpit habe ich Seitenkonsolen und eine Pilotenfigur für die Flugaufnahmen hinzugefügt. Die einzigen nicht standardmäßigen Ergänzungen sind die IRST-Sensorverkleidung vor dem Cockpit – das Modell der Jubiläums- VF-1 im Model Graphix-Magazin trägt dieses kanonische Upgrade auch. Ich habe es aus klarem Gussrahmenmaterial erstellt. Eine weitere winzige Ergänzung waren die RHAWS-Antennenverkleidungen oben auf den Seitenflossen, die aus kleinen Styrolprofilstückchen gescratcht wurden.





    Die Bewaffnung der Walküre ist Standard und wurde OOB genommen, mit zwölf AMM-1-Raketen unter den Flügeln plus dem Standard-GU-11-Gatling-Kanonenpod. Letzterer wurde modifiziert, um an seinem hinteren Ende ein Drahtdisplay für die Flugszenen aufzunehmen.

    Die Model Graphix VF-1 ist insofern verwirrend, als sie so etwas wie einen weißen ACMI-Pod an einem nicht standardmäßigen Pylon trägt, eher an den Beinen als an den Flügeln befestigt zu sein scheint? Das ist seltsam und ich konnte mir keine nützliche Funktion ausdenken, also habe ich dieses Detail verworfen. Der Unterrumpftank des "echten" Modells aus der Zeitschirft wurde - obwohl kanonisch, AFAIK - auch nicht in meinen späteren In-Service-Status übernommen.



    Lackierung und Markierungen:
    Der anspruchsvollere Teil des Projekts, in zweierlei Hinsicht. Erstens hätte die 1:1 Reproduktion der ursprünglichen Gedenklackierung für die Logos der Hersteller selbstgemachte, in Deckweiß gedruckte Abziehbilder erfordert, was ich zu Hause nicht hinbekomme. Also musste ich die Lackierung anders interpretieren und beschloss, die Geschichte des Flugzeugs weiterzuspinnen: Was würde aus dieser VF-1 nach ihrer Übergabe und PR-Veranstaltung werden? In einer Kriegssituation würde sie sicherlich schnell an eine Fronteinheit geliefert werden, und da ich noch einige passende Markierungen übrig hatte, beschloss ich, diesen farbenfrohen Vogel an die berühmte Skull Squadron, SVF-1, auszuliefern, aber an einer prominenten Staffel. Da Flugführer und Asse im Macross-Universum häufig VF-1 in individuellen, nicht standardmäßigen, manchmal sogar sehr grellen  Lackierungen flogen, hätte die 2.500. VF-1 ihre eingängige Lackierung gut behalten können.

    Der zweite Teil der Herausforderung: die eigentliche Lackierung. Auch hier waren keine passenden Decals zur Hand, also musste ich alles von Grund auf improiosieren. Der von mir verwendete VF-1J-Bausatz wurde glücklicherweise aus weißem Styrol geformt, sodass die vordere Hälfte des Flugzeugs leicht weiß lackiert werden konnte, ohne dass dunklerer/farbiger Kunststoff durchschimmerte. Das Weiß (Revell 301, ein sehr reines Weiß) habe ich zuerst mit einem Pinsel gemalt. Für die blaue hintere Hälfte entschied ich mich für einen intensiven und tiefen kobaltblauen Ton (ModelMaster 2012). Für die Zickzack-Bordüre zwischen den Farben habe ich Tamiya-Kreppband verwendet, mit einer Zickzack-Schneiderschere zugeschnitten und in einem leicht überlappenden Muster für einen unregelmäßigen Rand aufgetragen. Das Fahrwerk wurde standardmäßig komplett weiß (auch Revell 301) mit roten Rändern (Humbrol 174) auf den Abdeckungen. Antennenverkleidungen wurden als kleine Farbakzente mit Radome Tan (Humbrol 7) lackiert.











    Das Cockpit-Interieur wurde authentisch mittelgrau (Revell 47) mit einem schwarzen Schleudersitz mit braunen Kissen (Humbrol 119 und Revell 84) sowie braunen "Black Boxes" hinter der Kopfstütze. Die Lufteinlässe sowie das Innere der VG-Flügel wurden dunkelgrau (Revell 77) lackiert. Die Strahldüsen/Füße wurden innen mit Humbrol 27003 (Steel Metallizer) und außen mit Revell 91 lackiert und später gründlich mit Graphit behandelt, um ihnen ein verbranntes/abgenutztes Aussehen zu verleihen. Der GU-11-Pod wurde metallisch belassen (Revell 91, Eisen Metallic), die AMM-1 wurden in Hellgrau (Humbrol 127) mit vielen zusätzlichen Details in fünf zusätzlichen Farben lackiert, eine ziemlich mühsame Aufgabe bei zwölfmaliger Wiederholung...

    Nachdem die Grundlackierung abgeschlossen war, erhielt das Modell ein sorgfältige Washing schwarzer Tusche, um die gravierten Panellinien hervorzuheben, und eine leichte Nachschattierung wurde an den blauen Bereichen vorgenommen. Die vollfarbigen 'Kite'-Rondelle stammen von einem 1:100 VF-1A-Blatt, die Totenkopf-Embleme sind von einer Kotobukiya 1:72 VF-4 übrig geblieben, die ich vor einigen Jahren gebaut hatte. Die Nasen-Deko für die 2.500ste VF-1 wurde daheim mit einem Tintenstrahldrucker auf durchsichtige Decalfolie gedruckt, obwohl sie so klein ist, dass am Modell keine Details erkennbar sind. Der „ML“-Heckcode des SVF-1 wurde mit einzelnen weißen Abziehbuchstaben (RAF WWII-Schriftart) erstellt, der rote „555“-Modex stammte von einem PrintScale A-26 Invader-Sheet, er ist Teil einer USAF-Seriennummer von einem komplett schwarzen Koreaner Flugzeuge aus der Kriegszeit.



    Die Vorderkanten der Tragflächen wurden in Mittelgrau mit Decalmaterial ausgeführt. Die Modell Graphix Valkyrie hat dieses Detail nicht, aber ich denke, dass die VF-1 damit besser und realistischer aussieht. Rote Warnstreifen um die Beine - ebenfalls nicht auf dem Modell in der Zeitschrift zu sehen - wurden aus ähnlichem Material hergestellt. Das eckige "Konfetti" entlang der gezackten Kante zwischen den weißen und den blauen Flächen wurde ebenfalls komplett mit Decalmaterial erstellt – jedes Stück wurde einzeln ausgeschnitten und platziert... Passend zum kobaltblauen Ton wurde die entsprechende Emaillefarbe auf durchsichtiges Decalbogenmaterial aufgetragen und in kleine Stücke geschnitten. Für das weiße und rote Konfetti wurde generisches Abziehbildmaterial verwendet, aber auch viel geschnippelt. Alles in allem war dies ein weiterer langwieriger Prozess, aber im kleinen Maßstab 1:100 wären Masken oder Klebeband fürs Pinseln viel komplexer und weniger erfolgreich gewesen. Für diesen hausgemachten Ansatz sieht das Ergebnis ganz gut aus! Nachdem einige typische Details und Positionslichter mit Klarlack über einer silbernen Basis hinzugefügt wurden, wurde der kleine VF-1 schließlich mit einer Schicht halbmattem Acryllack versiegelt, was ihm ein leicht glänzendes Finish verleiht.





    Eine hübsche VF-1 – obwohl ich sie so oder so als rein fiktiv bezeichnen würde, obwohl sie auf Material basiert, das vor mehr als 20 Jahren in einer japanischen Zeitschrift veröffentlicht wurde. Die einfache, aber auffällige Bemalung war etwas schwierig zu erstellen, aber das Ergebnis mit den zusätzlichen SVF-1-Einheitsmarkierungen sieht gut aus und lässt mich fragen, wie diese Maschine mit FAST-Pack-Elementen für den Einsatz im Weltraum oder als transformierter Battroid aussehen würde?

    Mehr Bilder vom Modell und eine eigene Hintergrundgeschichte finden sich in der Galerie: https://www.sfmforum.de/index.php/topic,43279.msg288524.html#msg288524




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