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 Creality Ender 3 Pro - Probleme mit dem Druckbett

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urban warrior:
Hi,

nein, meine Sorgen sind noch nicht wirklich weg. Hab bis gestern wieder mal was gedruckt. Das Objekt kam halbwegs brauchbar raus, aber die notwendigen Supports waren nur FDM-Wolle. Ich bin da gerade mit Wabie dran. Er wollte sich mal die STL und den GCode anschauen. Vielleicht ist da was zu sehen.

Ich habe das Filament mittlerweile auf 205°C hoch (auf anraten). Das Bett sollte auch mehr haben? Ich bin beim Bett derzeit bei den ursprünglichen 60°C.

Das erste, originale Magnetbett (schwarz) von Creality hat am Längsten gehalten. Über ein Jahr denke ich. Dann ging es damit los, dass plötzlich die Drucke nicht mehr richtig haften wollten. Die Oberfläche des Magnetbettes war da schon ordentlich glatt und von der ursprünglichen Struktur insbesondere in der Mitte nichts mehr zu erkennen. Ich dachte mir, OK das hat jetzt so-und-so-viele Drucke aushalten müssen, packst Du mal ein neues Bett drauf. Das lief dann auch ein Weilchen und irgendwann ging es dann mit dem Bett auch los. Dann kam das erste PEI Bett drauf ... super ... nach ca. 10 Drucken war dann plötzlich Feierabend. Noch mal getauscht, so ziemlich das gleiche Spiel. Jetzt wandere ich mit den Objekten auf der Platte rum, will sagen, ich positioniere die Objekte mehr in die Ecken, da geht es noch halbwegs.

Alufolie war in diversen Lagen von Anfang an drunter (in der Mitte). Ich glaube mittlerweile sind es vier Lagen. Temperaturprüfung ergab kaum Differenzen (Aluminium ist ein guter Wärmeleiter!). Es sind auch von Anfang an nicht die Originalfedern unter dem Bett. Die hatte ich auf Anraten gleich getauscht, während ich den Drucker montiert habe.

Was mir beim ersten Layer auffällt ist, dass an manchen Stellen, insbesondere wo die Düse nur kurze "Striche" macht, sich das Filament beim Richtungswechsel leicht "aufrollt". Der Effekt geht dann bei den nächsten Lagen so lange, bis der Druckkopf den Support einfach vom Bett knockt. Ab dann gibt es logischerweise nur noch Wolle. Große Strukturen scheinen sich gut drucken zu lassen. Aber sobald die Strukturen unter eine bestimmte Größe fallen, gibt es insbesondere durch die Richtungswechsel des Kopfes "Aufroller".

joeydee:
Vorab: Da ich nur PEI kenne, habe ich natürlich keinen Vergleich. Aber andere Berichte sowie allein die Tatsache, dass überall standardmäßig Spachteln im Paket sind, lassen mich schließen, dass PEI grundsätzlich weniger haften dürfte als andere Untergründe, und daher evtl. empfindlicher in den Einstellungen ist. Und es scheint auch empfindlicher bei der Reinigung zu sein (ich benutze nach wie vor keinen Spachtel zum Lösen, keinen Reiniger, kein Schrubben; nur trockenes weiches Tuch kurz vor dem Druck um meine fettigen Fingerdatscher zu entfernen)

Verstehe was du meinst. Das mit dem "Aufrollen" hatte ich auch zwischenzeitlich (z.B. Bild 1), habe den Vorgang live mit Lupe betrachtet und dabei den vagen Verdacht, dass zu schnell abgekühlt wird und dadurch vom Richtungswechsel alles stärker mitgezogen wird, bevor die Line richtig am PEI haften kann. Und dass ich evtl. noch einen Tick zu weit weg vom Bett bin. Unterextrusion konnte ich zwar auch nicht ausschließen (zu wenig Material bei zu viel Bewegung), habe die E-Steps nicht gemessen/eingestellt (ich weiß, sollte man auch unbedingt machen), da alles andere sonst ok schien.

Wo ich so rumgetüftelt habe:
- Z-Offset nochmal 0.05mm runter. War dann an anderer Stelle ein wenig zu nah (hat mancherorts Spuren in die gedruckte Schicht gezogen, s. Bild 2), musste dann nochmal nachjustiert werden.
- Hotend-Temp ein paar Grad hoch: Hat nur Stringing verursacht, aber das Problem nicht beseitigt. Also bin ich da wieder nah an die Untergrenze (195 Grad).
- Bett auf 70 Grad: Ist ein Versuch, bis jetzt sehe ich noch keine Nachteile bei meinen Drucken. Glasübergangstemperatur für PLA liegt angeblich bei 45-65 Grad, kann also sein, dass 70 Grad für größere Bauteile zu warm wird wenn mehr Gewicht draufkommt. Andererseits rechne ich mit Toleranzen, und es dürfte auch nur wenige Schichten betreffen bis die Temp im Bauteil wieder deutlich <65 ist.
- Auch bei geringerer Schichthöhe, z.B. 0.12, drucke ich die erste Schicht möglichst mit 0.2
- Druckgeschwindigkeit etwas verringert (bei "problematischen" Bauteilen bin ich bei 15-30 als Basisspeed in Cura, statt 50; man kann auch den Speed nur für die erste Schicht runtersetzen, an optimale Einstellungen Lowspeed vs. Druckzeit muss ich mich aber erst noch rantasten).
- Jerk und Acceleration sind an. Bin mir nicht sicher ob das was bringt, also die Richtungswechsel dadurch evtl. weicher werden.
- Auch wenn ich denke, ich habe genug Auflagefläche: 6-8mm Brim. Ansonsten hatte ich das "Anheben" auch manchmal bei späteren Schichten, dass sich Ecken nachträglich vom Druckbett abhoben. Also die Line klebt an der unteren Schicht, zieht das Bauteil dort ein wenig mit und hebt an dieser Ecke den ganzen Druck an, obwohl die erste Schicht ursprünglich komplett flach lag (Bild 3). Mit Brim trat das aber nicht mehr auf.
- An weiteren Cura-Einstellungen wie z.B. deutlich weniger Bauteillüftung der ersten Schichten habe ich noch nicht geschraubt, wäre aber das Nächste gewesen.









urban warrior:
Salve,

ich habe gestern Abend noch jede Menge Input von Stefan bekommen. Ich werde das morgen mal an meinem FDM Drucker testen und berichten.

Den Effekt von Bild 3 hatte ich auch mal, da habe ich versucht eine, für mein Verständnis, banale Quertraverse für einen RC-Modell Rahmen zu drucken. Sah am Anfang gut aus und zum Ende hin haben sich die Enden abgelupft und irgenwann konnte ich den Druck abbrechen, weil das Teil krumm wie eine Banane war (na gut, das war jetzt überspitzt :0). Und das beim einfach zu druckenden PLA. Aber Warping Effekte habe ich sogar bei den Resin Druckern. Objekte die völlig plan sind wölben sich nach dem Lösen vom Druckbett (Elegoo ABS like Resin aber das Originale auch). Bei der Triebwerkssektion, die ich für meinen Triple-Phantom-Kitbash gedruckt habe ich den Eindruck, als ob die "Triebwerksbecher" leicht nach innen zeigen. Müsste ich aber mal genauer ausmessen. Ich hatte schon versucht, Teile beim "Curing" in einer Zwangslage zu fixieren, um dem Wölben entgegenzuwirken. Leider nur mit recht gemischtem Erfolg.

joeydee:
Das im 3. Bild ist kein Temperatur-Warping (die gegenüberliegende Strebe liegt ja noch freier und blieb trotzdem unten, wie auch alle anderen Ecken), sondern er hatte tatsächlich wegen mangelnder Haftung und leichtem "Aufrollen" der ersten Schicht jedesmal an dieser Ecke den Druck leicht mitgezogen, wenn der Druckkopf wieder drüber fuhr. Also ähnlich wie du dein Problem beschrieben hattest. Habe das live mitbeobachtet, trotzdem nicht abgebrochen, weil ich mal sehen wollte wie es endet. Mit ausreichend Brim passierte das ab dann aber nicht mehr.

Ich drück die Daumen dass ihr das Problem eingrenzen könnt :thumbup:

urban warrior:
Moin Zusammen,

neue Woche, neues Glück, oder wie immer man es sehen mag.

Tests mit neuen Einstellungen gemacht.

Hab nach ein paar Problemen erstmal diese "ominöse" Bed-Levelling-Datei gedruckt. Nicht perfekt, aber die Felder bleiben auf der Druckplatte. Hab das übrigens drei Mal laufen lassen. Mit recht unterschiedlichen Ergebnissen, was die Glätte der Oberflächen betrifft. Auffallend ist, dass der Druckkopf bei vielen Anfängen immer einen Faden mitzieht. Sieht man links unten (und an anderen Stellen). Und nach dem letzten Quadrat rechts unten, zieht der Kopf einen Faden diagonal über das Druckbett (schwach zu erkennen):


Dann sollte eigentlich der Calibration Cube folgen. Nun ja ... :


Hab den Druck abgebrochen und dachte ich versuche mal das große Objekt zu drucken. Ich hatte es explizit in die linke vordere Ecke gelegt, weil es da bis jetzt wenigstens halbwegs geklappt hatte. Aber nach wenigen Ebenen hat der Drucker drei Supports von der Platte geknockt und wieder mal FDM-Wollknäule produziert. Ach ja und das eigentliche Objekt hat der Druckkopf gleich komplett runter vom Druckbett gekickt:


Damit reicht mir der Spaß für heute erstmal wieder. Ich werde jetzt dem anmutigen "RAAACK ... Dü Düüüt ... RAAACK ..." meines Elegoo Saturns lauschen. In der Hoffnung, dass der wenigstens seine Arbeit erfolgreich beendet. Ich denke, ich komme nicht drum herum ein paar gravierendere Arbeiten am Ender durchzuführen. In der samstäglichen Session mit Stefan wurden auch so Dinge wie Austausch der Druckdüse gegen eine Neue erwogen. Die Aktuelle läuft immerhin schon seit ich den Drucker besitze. Aber das wird dann wieder dauern, bis ich mich zu solchen Arbeiten aufraffe. Das hatte ich in letzter Zeit eigentlich immer nur zusammen mit einem Bekannten gemacht, der den gleichen Drucker besitzt und mehr Erfahrungen hat als ich.

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