Autor Thema: Macross 1:100 ADR-04-Mk.X Destroid "Defender" (Macross) - WiP  (Gelesen 280 mal)

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Macross 1:100 ADR-04-Mk.X Destroid "Defender" (Macross) - WiP
« am: 25. Oktober 2021, 08:57:45 »
Bilder vom fertigen Modell sowie technische Daten und ein leicht ergänzter offizieller Hintergrund finden sich in den Galerien:

https://www.sfmforum.de/index.php/topic,43148.msg286709.html#msg286709




Der Bausatz und die Montage:


Eine Art Nostalgie-Trip, denn mein erster Mecha-Bausatz überhaupt, den ich in den Achtzigern gekauft und gebaut habe, war dieser 1:100 Destroid Defender! Das Modell existiert immer noch (siehe Galerie auf dem 2. Bild), wenn auch nur als neu aufgebautes Modell. Ich dachte, es wäre an der Zeit, ein weiteres kanonisches, „besseres“ Modell zu bauen, um meine Sammlung klassischer Macross-Destroids zu vervollständigen. Mit diesem Ziel wurde der Vintage-Bausatz im Grunde OOB gebaut, nur mit einigen Detailverbesserungen. Die größte bauliche Veränderung ist eine neue Hüftgelenk-Anordnung aus Stahldraht. Es ermöglicht eine mehr oder weniger flexible 3D-Haltung der Beine für eine dynamischere „Lauf“-Pose, und die entstandenen Lücken wurden später mit in Weißleim und Acrylfarbe getränkten Papiertaschentüchern gefüllt.








Eine kosmetischere Änderung betrifft den optischen Sensor-Cluster des Defenders auf seinem „Kopf“. OOB besteht dieses nur aus einem breiten „Schlitz“ mit einem quadratischen Fenster darauf – sehr einfach, aber so wird der Defender in der TV-Serie auch (nur) dargestellt. Ich habe jedoch ein Macross-Artbook mit Original-Designskizzen von Studio Nue, die mehr Details dieser Anordnung offenbaren. Dazu gehört u.a. eine Art Raster, das die Führungsschienen des mobilen Sensor-Arrays bedeckt, und der Sensoren-Cluster selbst besteht aus mehreren kleineren optischen Einheiten . Der relativ neue 1:72 Defender von WAVE besitzt diese Details, der alte 1:72 Defender von Arii (und später Bandai) hat aber auch nur eine rote Box, allerdings unter einer Klarsichthülle, was aber IMHO zweifelhaft ist. Die Lamellen wurden aus halbrunden Styrol-Profil-Bits erstellt, das Sensorfeld wurde mit einem Vorderrad aus einem 1:100 VF-1 und weiteren Styrol-Bits gescratcht. Als positiver Nebeneffekt verdecken die Kleinteile auch die Naht. die darunter quer durch die Bauteile führt und die sonst kaum weggeschliffen werden können.









Die Waffen/Arme wurden OOB genommen, allerdings habe ich die Öffnung an der Schulter (und damit den Schwenkwinkel der Arme) mit Styrol-Profilmaterial reduziert, was auch die miese Passform der Schulterhälften, die die Waffen halten sowie eine verstärkende Styrolplatte im Inneren versteckt. Während ich die Munitionskisten an den Schultern des Defenders hätte vergrößern können (sie werden nach hinten verlängert), habe ich sie in der Original- und OOB-Konfiguration belassen.
Eine andere Modifikation, die ich schliesslich aber doch nicht durchführte, war klarer Ersatz für die gegossenen Scheinwerfer. Eine sichtbare Tiefe und echte, klare Abdeckungen wären schön gewesen, aber dann bezweifelte ich die Vorteile gegenüber dem Durcheinander, das ihre Integration in den Rumpf bedeutet hätte, so dass ich mich für eine einfache Bemal-Lösung entschied (siehe unten).
Eine letzte kosmetische Modifikation war der Versuch, das Aussehen der Unterschenkel zu verbessern – aber es half nicht viel. Beim Defender gibt es dort zwei durchgehende Stege, die komplett über die Unterschenkel verlaufen. Dies ist eine Formvereinfachung und falsch, da der Defender (und alle anderen Destroids mit Chassis der 04-Serie) nur die Enden der Grate aufweisen, als vier freistehend-erhabene Klötze. Ich habe versucht, die Zwischenbereiche wegzuschleifen, aber beim Zusammenkleben der Teile wurde klar, dass die Passform der Hälften an sich miserabel ist und PSR auf der resultierenden konkaven Oberfläche zwischen den übrig gebliebenen End-Klötzen ein Albtraum war. Hat nicht gut funktioniert und sah/sieht schlecht aus. :(






In diesem Sinne noch ein allgemeines Wort zu den Arii 1:100 Destroids mit dem Chassis der Serie 04: Es gibt drei Kits (Defender, Tomahawk und Phalanx), und man würde erwarten, dass diese alle den gleichen Unterkörper verwenden, nur mit unterschiedlichen Torsos. Aber das ist nicht der Fall – sie sind alle unterschiedlich und der Defender ist sicherlich die schlechteste Version, mit seiner seltsamen „Zehen“-Konstruktion, den durchgehenden Quer-Rippen und der schrecklichen Passform der Unterschenkelhälften sowie der Schultern, die die Stummelarme halten. Der Tomahawk ist besser, aber auch anspruchsvoller, und IMHO - wenn man nur den unteren Karosseriebereich betrachtet - ist der Phalanx das beste Kit aus dem Trio.


Be,alung und Markierungen:

Dieser Defender sollte kanonisch bleiben und dem OOB-Finish nahe kommen, also wurde dies eine einfache Angelegenheit. Macross-Destroids haben i.d.R. eine einheitliche Lackierung, und insb. die Tomahawk/Defender/Phalanx-Familie ist in trüben/matten Grün-, Braun- und Ockertönen gehalten: unprätentiöse "Mud Movers". Der Defender scheint insgesamt eine olivfarbene Lackierung zu tragen, und ich habe mich für RAL 7008 (Khakigrau) entschieden, welches als mattes, gelbliches Grün daherkommt, fast braun. Dieser Ton wurde mit Sprühdose aufgetragen und die wenigen Kontrastpartien wie die Munitionskisten oder die Staubbalge der Kniegelenke wurden mit RAL 6014 (Gelboliv, Revell 46) lackiert.
Der Rumpf wurde später mit Modelmaster Olive Drab (FS 34087) behandelt, was der Grundfarbe noch einen grünlicheren Touch verlieh. Das Modell wurde dann gründlich mit schwarzer Tinte bearbeitet und anschließend mit Humbrol 72 (Khaki Drill) vertikal trockengebürstet. Als nächstes kamen die Abziehbilder, die dem OOB-Blatt entnommen wurden, plus vier selbst gedruckte Abziehbilder für die Steuer-Triebwerke, die nicht in die Oberfläche des Bausatzes eingeformt waren. Die einzige Änderung ist ein anderes Stück „Nose Art“ am linken Bein, das den ursprünglichen, eher kleinen Aufkleber auf dem linken Fuss ersetzt. Das Pin-up gehört eigentlich auf eine tschechische MiG-21MF (eines der beiden berühmten Fishbeds aus Pardubice 1989, Flugzeug „1114“) und das grossflächigere Motiv füllt den holprigen Bereich über der Unterschenkelnaht (siehe oben) gut aus – eine optische Ablenkung vom PSR-Chaos darunter... :pfeif:










Abschließend wurde der Bausatz mit mattem Acryllack versiegelt und die wichtigsten Baugruppen zusammengesetzt. Die optischen Sensoren erhielten Linsen mit farbigem Klarlack über eine silberne Basis. Die großen Scheinwerfer wurden ebenfalls mit einer silbernen Basis und weißen und klaren blauen Reflexen auf der Oberseite lackiert und mit einer großzügigen Schicht Humbrol Clearfix bedeckt, um eine klare, glänzende Abdeckung zu imitieren.
Nach der Endmontage wurden mit einem weichen, großen Pinsel einige Mineralpigmente auf die unteren Bereiche des Modells gestäubt.







« Letzte Änderung: 03. November 2021, 11:50:32 von dizzyfugu »